Das Refit
Nachdem wir eine umfangreiche Mängelliste erstellt hatten, wurden die Arbeiten geplant und Angebote der Handwerker eingeholt. Begonnen haben wir mit dem legen des Mastes in der Werft von Aprilia Marittima. Da wir uns aber dafür entschieden hatten, die Arbeiten in Lignano, Marina Punta Faro, durchführen zu lassen, mußten wir den Mast auf besondere Art mitnehmen.
Die Fahrt durch die Lagune dauerte gerademal eine Stunde.
16.12.2003 Das Schiff wird in Lignano, Marina Punta Faro, aus dem Wasser gehoben. Die Renovierung beginnt !
Um wetterunabhängig arbeiten zu können, soll eine mobile Halle drum herum.
Bei noch offener Halle wurde der Rumpf naß sandgestahlt, da sich auf der Oberfläche des Unterwasserschiffes Blasen gezeigt hatten. Um tiefer Osmose vorzubeugen, muß das alte Zeug runter und das ist sehr aufwändig.
Dabei haben wir festgestellt, daß bereits gar kein Gelcoat mehr drauf war und eine frühere Sanierung sehr schlecht durchgefürt wurde. Das zeigen die freigelegten Laminatschäden.
Nach der Reparatur der vielen Einzelstellen und dem Austrocknen des Laminates (3 Wochen Trockenzeit), wurde eine komplette Lage GFK darübergelegt, als Basis für den Osmoseschutz mit Gelshield von International. Eine schwerwiegende Deformation im Kielbereich zwang uns zu einer Verstärkung dieses Bereiches durch einen Edelstahlwinkel und einer Erneuerung des Laminates. Dies ist durch falsches Aufpallen entstanden. Auch wurden verschiedene Rumpfstellen vorsichthalber durch GFK-Lagen verstärkt.
Auch hat sich herausgestellt, daß das Ruderblatt völlig marode war und zum Teil nur aus dicker Spachtelmasse bestand. Beim Sandstrahlen ist sehr schnell der Schaumkern herausgekommen, so dünn war das Laminat über dem Schaumkern.
Nach der GFK-Schicht folgten 6 Schichten Gelshield und Antifouling. Das Ruderblatt wurde komplett neu laminiert und ebenfalls mit Schutz versehen. Die fleißigen Arbeiter sind Pepi und Barba, unsere italienischen Spezialisten.
Nach einer Überarbeitung von Wellen und Propellern, sowie der Montage von Seilschneidern hinter den Props war das Refit des Unterwasserschiffes fertig.
Nach einer kurzen Pause ( Lufttemp. 10°C ), ging es dann an die Decksanierung.
Für die Decksanierung wurde zuerst das alte, abgenutzte Teak entfernt. Was sich als echte Strafarbeit erwies, denn es war mit über 1500 Schrauben von unten nach oben durch das Sandwichlaminat verschraubt. Zudem war reichlich Wasser im Deckssandwich, das mit Hilfe der Hallenheizung in 4 Wochen weitestgehend beseitigt war. In den Trockenzeiten widmeten wir uns anderen Arbeiten, wie die Mastsanierung, dem Einbau von Ausrüstung, etc.
Etwa die Hälfte der Schrauben ließ sich von innen herausdrehen, aber den Rest mußte wir von ober herausbohren. Dadurch sah das Deck bald aus wie ein schweizer Käse.
Das Gleiche wurde natürlich mit allen Backskistendeckeln gemacht.
Dann folgte schleifen, schleifen, schleifen, sch....
Nach dem Schleifen wurde verspachtelt und eine Schicht Gelcoat aufgetragen.
Parallel dazu liefen die Umbauarbeiten im Innern und im Motorraum.
So wurde eine 5 KW Webasto Warmluftheizung, eine gebrauchte Klimaanlage,
ein gebrauchter Wassermacher mit 60 Liter pro Stunde
und diverse andere Dinge eingebaut. Die aufwändige, nachträgliche Verlegung der Schläuche und Leitungen hat leider sehr viel Zeit gebraucht und war nicht einfach. Aber es wurde für alles eine akzeptable Lösung gefunden. So auch für die völlig zerbohrte, einteilige Instrumententafel. Sie ist jetzt dreiteilig, neu bezogen und besser befestigt wie vorher.
Auch die Elektroanlage wurde überarbeitet und ergänzt, sowie der Generator gewartet. Wir gaben ihm/ihr den Namen "Carmen Elektra".
Bei uns haben alle technischen Dinge Namen, die kann sich Evelin viel leichter merken als die hochtechnischen Bezeichnungen (die Idee dazu stammt von : www.ironlady.de). Die Hauptmaschinen hören auf Johanna (Bb.) und Johann (Stb.),
und das Ladegerät auf Bastian, die Ankerwinsch heißt Ackermann und der Außenborder natürlich Jonny Johnson.
Leider passe ich nicht durch die Backskistenöffnung, das ist nur was für Evelin.
Alle paar Wochen wurde der Stand der Arbeiten festgehalten. Das rote Teil im Vordergrund ist übrigends der Ackermann, "der" Ankerwinsch.
Wo wir gerade beim Anker sind. Der alte verbogene Plattenanker wurde durch einen bewährten 24 kg Bügelanker ersetzt und die, ebenfalls verbogene, Halterung entsprechend modifiziert - paßt jetzt wie angegossen.
Während innen die ehemalige Backbordkabine zu einem Lager umgebaut wurde,
ist man/frau draußen dabei die modifizierten Salinge abzuschleifen.
Der Mast mußte komplett saniert werden, von der Lackierung bis zum hydraulischen Segelroller, und das stehende und laufende Gut wurde erneuert. Zum innenschleifen des Mastprofiles haben wir uns einen speziellen Schleifkopf gebaut, den wir uns patentieren lassen sollten.
Danach erfolgte Grundierung und Lackierung in der neuen Decksfarbe (Awl-Grip, stark white).
Anschließend wurden alle Teile des Mastes wieder montiert, neue Kabel eingezogen, Lichter und Antennen montiert und der überholte Hydraulikantrieb (Getriebeschaden) wieder eigesetzt.
Leider haben wir das Alu-Vorstag in Aprilia vergessen und so mußten wir es auf etwas unkonventionelle Weise nach Lignano transportieren. Was nicht so einfach war, da sich die Alu-Teile nicht mehr zerlegen ließen. Wir haben dann mehrere Fender an ein Ende gebunden und das über 18m lange Teil mit Manuels Boot durch die Lagune von Aprilia nach Lignano geschleppt.
Während unser Rigg-Spzialist Vieri draußen den Mast montierte, habe ich im Schiff mit der Lochsäge Durchgänge für neue Kabel gebohrt. Dabei habe ich leider einen Kabelstrang erwischt und mehrere Stunden gebraucht, um den Schaden wieder zu beheben - dumm gelaufen.
Zu meiner Entschuldigung muß man dazu sagen, daß ich an dieser Stelle ohne direkte Sicht auf die Arbeitsstelle arbeiten mußte.
Derweil wurde weiter am Deck gearbeitet und die Schadstellen an der Badeplattform repariert. Diese wurde zusätzlich durch Edelstahlstützen verstärkt
und mit einer neuen, in Decksfarbe lackierten Holzeinlage und vergrößertem Durchstieg zur Badeleiter versehen.
Danach wurde das Deck grundiert, wie auch alle anderen Teile, die später lackiert werden sollen, von der Schiebetür bis zum Ankerkastendeckel.
Leider habe ich keine Bilder, wie Barba, an Seilen von der Decke hängend, das Deck mit der Sprühpistole lackiert hat. War ein Bild für Götter.
Die Laufflächen wurden anschließend mit einem Lack-Sand-Gemisch rutschfest lackiert. Während noch eine Unzahl an anderen, kleinen und großen Arbeiten durchgeführt werden, beginnen wir mit der Montage sämtlicher Decksbeschläge.
Die letzten Innen- und Außenarbeiten werden nach und nach vollendet. Und die Stimmung aller Beteiligten steigt sichtlich.
Am Tag vor dem Abbau der mobilen Halle werden die Details bei einem Arbeitsessen besprochen. Man will keine Fehler bei der Aktion machen.
Und dann ist es soweit, die gelungene Arbeit wird unter den Augen der halben Werft enthüllt.
Barba und Wolpe sind gut gelaunt, obwohl zwischendurch ein halbstündiger Regenschauer niedergeht. Für Italiener ist das ein gutes Omen :
Barca bagnata - Barca fortunata.
Im anschließenden Sonnenschein zeigt sich unsere "RUSH" in voller Pracht.
Der Abbau der Halle geht zügig von statten.
Manuel, der leitende Handwerker, ist sichtlich erleichtert.
Nach 9 langen Monaten auf dem Trockenen geht es wieder in`s Wasser.
Noch in den Gurten erfolgt die Kontrolle der Seeventile - alles ist dicht.
Und schon wird von Vieri der "neue" Mast gestellt.
Und Evelin ist die erste, die nach oben darf, um das Hebeseil zu lösen. Nach dem Riggen wird die Radarantenne montiert und alle Kabel verbunden.
Die restlichen Arbeiten werden in Aprilia gemacht und so starten wir die Motoren und kehren durch die Lagune an unseren Liegeplatz zurück.

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