Logbuch Juli 2008
3.7.08 Das Endspiel vom Sonntagabend war recht enttäuschend und man kann getrost sagen, daß der Bessere gewonnen hat. Am Montag haben wir dann an die Pier von Adhamas verlegt und mit Mooring festgemacht. Das Liegen ist frei und wer möchte, kann für 8 €/Tag Wasser und für 5€/Tag Strom haben. Allerdings bringen die ankommenden Fähren mitunter einen recht heftigen Schwell mit sich.
Dort haben wir einige Leute kennen gelernt, wie z.B. Monika und Hermann von der "GRÄFIN V" aus München und Franken. Sie haben bereits eine zweijährige Weltumsegelung hinter sich und gewöhnen sich derzeit wieder an europäische Verhältnisse.
Das Foto habe ich auf dem Schiff unserer anderen Nachbarn gemacht. Dessen Crew, aus dem Raum Regensburg, an dem Tag den 60sten Geburtstag eines Crewmitgliedes (Michael) feucht-fröhlich gefeiert hat.
So war es ein überaus geselliger Nachmittag mit vielen Bayern und zwei Schwaben. Gestern haben wir unseren geplatzten Waschmaschinenschlauch ausgewechselt und mit einem separaten Absperrhahn versehen, sowie auch gleich zwei andere Schläuche aus dem Druckwassersystem getauscht, die auf den dreifachen Durchmesser aufgebläht waren.
Heute Morgen haben wir uns noch eine griechische Megayacht angeschaut, die an der Fährpier lag. Ein beachtliches Teil, aber eine Nummer zu groß für uns.
In den nächsten Tagen werden wir uns etwas in den umliegenden Buchten und Inselchen umsehen und schauen, was uns erwartet.
9.7.08 Wir sind nun doch ein paar Tage länger in Milos geblieben. Dadurch haben wir Danielle und Michel von der "PSYCHE" wieder getroffen.
Zuletzt hatten wir uns letztes Jahr in Gytheion / Peloponnes gesehen.
Und wieder hieß es Abschied nehmen, denn Moni und Hermi fuhren weiter.
Das ist eines der größten Probleme des Lebens unter Segeln, denn man trifft so oft nette Menschen, von denen man sich schon bald wieder verabschieden muß. Und je mehr man sie mochte, um so schwerer fällt es. Doch das Gute daran ist, daß man häufig nette Menschen trifft, wie z.B. am nächsten Tag Burcu und Nezih von der "MAHAYANA", einer Beneteau unter türkischer Flagge.
Nezih war Musikproduzent und Burcu ist Fotografin und schreibt für ein türkisches Yachtmagazin. Kurz vor diesem Foto, wir saßen gerade beim verspeisen des von Nezih gefangenen Thunfisch's, als die englische Motoryacht "ELMAYA" mit solchem Speed in die Bucht einfuhr, daß die Teller vom Tisch flogen und Nezih's Schiff mehrmals mit dem Heck gegen die Pier schlug und dadurch beschädigt wurde. Nach der Meldung des Vorfalles bei der Hafenpolizei und Rücksprache mit dem griechischen Kapitän und später auch mit dem griechischen Eigner, wurde der Schaden mit einem gut gefüllten Couvert entschädigt.
Nach einem sonnigen Ruhe- und Waschtag, wollen wir dann auch weiter ziehen.
So sind wir dann am 9.7.08 in Richtung der Insel Poliagos, wo wir eine nette kleine Bucht südlich von Akros Pounda besuchen wollen. Dort fiel der Anker in den Sandgrund, dem man sich meist nur mit Tagesausflüglern teilen muß.
In der zweiten Nacht hörte ich um Mitternacht seltsame, grunzende Geräusche um das Boot herum. Da es "kuhranzennacht" war (für Nichtsüddeutsche = so dunkel wie in einem Rinderbauch), holte ich den großen Handscheinwerfer. Kurz darauf sah ich im Scheinwerferlicht eine der sehr seltenen Mittelmeer - Mönchsrobben, deren Gesamtpopulation auf ca. 500 Tiere geschätzt wird.
Das Bild stammt aus der Internetseite von http://www.unterwasserwelt-history.de/html/monchsrobben_mittelmeer.html , da ich keine Möglichkeit zum fotografieren hatte. Am Morgen ging es mit einem sehr schönen Segeltag nach Vathi auf Sifnos.
Dort haben wir in der recht großen Bucht schnell ein Plätzchen gefunden
und der Anker hällt gut auf teilweise bewachsenem Sandgrund.
Vathi ist ein kleines Örtchen, mit einigen Touristen und griechischen Datschas.
An der kurzen Pier kann man gegen Gebühr Wasser bunkern.
Es gibt ein paar Cafe's und Restaurants und viel Strand.
10.7.08 Seit gestern Nachmittag haben wir Wind mit 6 bis 7 Bft mit 8er Böen in der Bucht und so bleiben wir noch etwas länger.
Derweil herrscht reges kommen und gehen bei unserem Nachbarn - der "ALFA NERO". Die gehen mit ihrem Hubschrauber zum shoppen und das, obwohl ihnen gestern eine armdicke Landleine gerissen ist.
15.7.08 Der Wind hat nachgelassen und die Welle draußen scheint auch wieder human. So gehen wir Anker auf Richtung Ormos Dhespotikou. Diese erreichen wir nach vierstündiger, recht unruhiger Motorfahrt.
Eine nette flache Bucht mit super Sandgrund zum ankern. Hier werden wir weitere stürmische Tage abwarten. Aber das kennen wir ja schon, so mit 6-7 Wind und 8er Böen aus N-NW.
Das Bild täuscht ein wenig über die tatsächlichen Verhältnisse hinweg, denn draußen vor der Bucht steht die Welle fast zwei Meter hoch und wir bedauern jeden, den wir achterbahngleich vorbei fahren sehen.
Das wollten wir nicht auch haben, so blieb genügend Zeit, um an einem griechischen Charterschiff den Autopilot zu reparieren (an den Bierdosen zehren wir noch heute).
18.7.08 In der Bucht ist es wieder ruhig und wir starten nach Paroikia auf der Insel Paros. Draußen allerdings steht eine hohe Restwelle von den stürmischen Vortagen und so schaukeln wir heftig unter Motor und halber Genua voran. Leider haben wir keine Bilder von hoher Welle, Gischt und fliegendem Wasser, denn erstens tut das der nicht wasserdichten Kamera nicht gut und zum zweiten kann man schlecht fotografieren, wenn man sich mit beiden Händen irgendwo festhalten muß, um nicht über das Deck zu rollen.
Am Nachmittag fällt dann der Anker in den Schlick von Ormos Paroikias und es beruhigt sich immer mehr.
Ein sehr "belebtes" Örtchen, denn es lebt, zumindest am Wochenende, bis 6 Uhr morgens und dann beginnt der Tagestrubel. Wenn die Musik zu Ende ist wird auch a cappella weiter gesungen Die Fähren kommen und gehen
im Stundentakt, bei Tag und Nacht, mit allem was so dazu gehört : hupen, Schwell und die Trillerpfeifen der Offiziellen, die den Verkehrsfluß von und zu den Fähren regeln.
Dafür liegt der Atlantik-Supermarkt direkt gegenüber der Stadtpier, an der man auch Wasser, Diesel und Strom bunkern kann.
In der Altstadt von Paroikia findet man jede Menge altes Gemäuer und zahlreiche Gässchen, in denen sich kleine Geschäfte aneinander reihen.
Die Läden sind kaum mehr als 2-3 Meter breit und bieten allerlei Kitsch und Kunst.
An winzigen Plätzchen findet man niedliche Cafe's, die nur durch ihre hohen Preise negativ auffallen.
22.7.08 Gegen Mittag lichten wir den Anker und motoren zwei Stunden bei Flaute, sowie über 1 Meter hohe Restwelle von den Vortagen Richtung Naousa.
Dort ankern wir in Ag. Ioannis, im nordwestlichen Teil der sehr großen Bucht. Der Ankerplatz hat guten Grund und ist gegen Meltemi ausreichen geschützt. Dort haben wir auch Kathrin und Albert mit ihrer ILLUSION wieder getroffen, die wir schon aus Paroikia kannten.
Ein deutsches Paar, die schon lange Jahre auf ihrem selbstgebauten 20m-Aluschiff lebt, welches unter südafrikanischer Flagge fährt.
Während man im Cafe sitzt, kommt schon mal eine Herde Enten vorbei gewatschelt, auf dem Weg in's Hafenbecken.
Die Supermärkte und Versorgungsmöglichkeiten in Naousa halten sich in Grenzen, sodaß man sich besser in Paroikia eindeckt und bunkert.
26.7.08 Gestern sind Albert und Kathrin weiter gefahren und wir erwarten heute Hannelore und Ewald mit ihrer WINDROSE. Die Beiden hatten wir zuletzt im Mai 2007 in Kalamata verabschiedet. Sie sind dann Richtung Türkei losgefahren und haben dort auch den Winter verbracht.
Der Trubel in der Bucht nimmt kein Ende - Wasserskifahrer, Speedboote, die alles Mögliche was schwimmt hinter sich her ziehen, sodaß man sich kaum in's Wasser traut, weil man Angst hat überfahren zu werden. Auch die vielen Megamotoryachten mit ihren Generatoren, ihrem nächtlichen "um die Wette beleuchten", damit sie auch bestimmt auffallen, nerven.
Gegen 17:00 Uhr lief die Windrose in die Bucht ein und gegen Abend gab es dann bei einem Gläschen sehr viel zu erzählen, da wir uns ja über ein Jahr nicht gesehen hatten.
27.7.08 Heute war eigentlich Ruhetag angesagt, aber nachdem uns gestern der Waschmaschinenschlauch zum zweiten mal geplatzt ist, haben wir den kompletten Schlauch ausgetauscht. Das war nicht so einfach, da man dazu das halbe Magazin ausräumen mußte, um dran zu kommen. Nach über 6 Stunden war es dann geschafft und wir können wieder beruhigt waschen.
Aus logistischen Gründen wollen wir, zusammen mit der WINDROSE, morgen wieder nach Paroikia verlegen.
29.7.08 Die gestrige Überfahrt nach Paroikia war nicht sehr angenehm - so mit über 1,5m Welle als Kreuzsee und fast kein Wind. Nach 2,5 Stunden war es aber überstanden und wir haben anschließend gleich an der Pier gebunkert und eingekauft. Danach fiel der Anker wieder in der wohlbekannten Bucht. Hier werden wir die angesagten 6 Tage Meltemi mit 7-8 Bft. "aussitzen".
Heute Morgen gegen 5:30 bin ich mit dem Dinghy zu einem Nachbarboot, ein griechisches Charterschiff, um die Crew zu wecken, da ihr Boot deutlich driftete und alle noch schliefen. Nach dem ersten Schreck haben sie dann in den Hafen verlegt.

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