Logbuch August und September 2013
1.08.2013 Der August beginnt traditionsgemäß mit Evelins Geburtstag. An einem Tag mit 30Kn Wind und Schwell, läßt man es besser ruhig angehen. Wir schwammen, ruhten und gingen mittags essen in ein Strandlokal. Auf dem Weg zurück, lernten wir am Strand ein französisches Pärchen kennen, die schon seit über 20 Jahren hierher zum Zelten kommen.
Raoul und Gaby sind beide Lehrer für Geographie und Geschichte. Wir verabreden uns für den Abend in einer Taverne mit Livemusik. Christina - die Schwester von Janis schickte uns eine SMS, daß wir sie morgen Abend bei einem Open-Air-Conzert treffen sollten. Aber erstmal griechische Musik mit den Franzosen. Das Paar kam mit ihren zwei Kindern (Teenager) in die Taverne.
Zwei Musiker sorgten für die Musik und die älteren Herren vom Nachbartisch sangen reihum, teils gut, teils weniger gut. Nach zwei Stunden verabschiedeten wir uns und verabredeten uns mit ihnen zum morgigen Konzert. So ging Evelins Geburtstag zu Ende und wir waren kurz vor Mitternacht wieder auf unserem Schiff.
Das Konzert war nicht so unser Ding, so warteten wir in einer sehr guten Taverne in der Nähe des Konzertplatzes auf die Anderen. Es gab zu Trinken und reichlich zu essen. Ein gelungener Abend mit neuen Freunden. Von acht Personen am Tisch waren vier Lehrer. So vergingen die Tage mit viel Sonne, viel Wind und viel Wellen. An Land sind wir meist erst gegen Abend, da es tagsüber bis 35Kn Wind hatte, was auch ein gegenan schwimmen fast unmöglich machte. An einem Nachmittag besuchten wir Raouls Zeltlager hinter der Strandtaverne, dort hatten sie alles was sie brauchten. Der Platz war kostenlos aber man erwartete, daß man zum essen ab und an in die Taverne geht, zu der der Platz gehörte. Jedenfalls hatte uns Raoul das bestellte Olivenöl mitgebracht und uns ein Glas seiner selbstgemachten Feigenmarmelade geschenkt. Beides ein Genuß.
Er versorgt sich auch selbst mit natürlichem Meersalz, das er in einer abgelegeben Grotte am Ufer erntet. Die Tage kamen noch zwei Wohnmobile aus Deutschland hinzu, Horst und Dorothea Jänisch, sowie Hardy Krüger und seine Frau Ilona - er heißt wirklich so und - welch ein Zufall - alles Lehrer. Da sie auch schon öfters hier waren, kannten sie auch die Franzosen. Der Rekord lag bei 12 Personen am Tisch davon 9 Lehrer, denn Christina und ihre Mutter sind auch Lehrer.
Tagsüber haben wir uns ums Schiff gekümmert und abends, wenn es kühler wurde, trafen wir uns mit den Anderen in der Taverne. Am 9.08. war das Abschiedsessen der Deutschen, die morgen weiter zur Fähre wollten und wir ebenfalls übermorgen weiter fahren. An einer langen Tafel zelebrierten wir die deutsch-griechisch-französische Freundschaft - ein toller Abend.
11.08.2013 Morgens ankerauf Richtung Porto Kagio. Wenig Wind auf die Nase und wenig Welle, was LaLuna gut gefiel. Nach einer Übernachtung in der wohlbekannten kleinen Bucht, weiter nach Finikunda. Diese 8 Stunden Strecke war nicht so ruhig, wie die vorherige.
Aber LaLuna hielt sich tapfer und hat alles bei sich behalten. Wie befürchtet, werden wir fast den gesamten Rückweg den Wind auf die Nase bekommen. Aber jetzt fällt der Haken erst Mal in den Sandgrund einer kleinen Bucht nahe Finikunda. Die Einheimischen nennen sie die "Grafenbucht", da dort ein englischer Earl lebt, dem auch ein Großteil davon gehört.
Einige Ruhetage folgten, wie auch Reparatur an Carmen, sowie Motoren-Check. Nach diesen treffen wir am 16.08. Theo und Susanne, die wir Jahre zuvor am Campingplatz von Finikunda kennengelernt haben. Sie kamen mit ihrem Hobbycat angesegelt. Später brachte uns Theo noch ein Brot vorbei, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Wir werden uns später noch länger treffen, wenn wir aus Methoni zurück sind.
17.08.2013 Ankerauf nach Methoni. Als wir in die Bucht einfuhren, kam uns schon Dierk mit Heinz und Iris entgegen.
Wir ankerten zwischen den anderen 22 Schiffen bei viel Wind und Welle. Als ich später unsere Anker kontrollierte, konnte ich auch noch eine Plastiktüte aus seinem Propeller entfernen. Dierk hatte ein Problem mit dem Laden seiner Batterie, ob Lichtmaschine oder Regler wußte er nicht.
Wir haben ihm dann eine Solarpanele geliehen und gleich angeschlossen. So hatte er wenigstens ein bißchen Strom. Abends waren wir dann alle im Ort zum essen. Am nächsten Morgen fuhren Dierk und Co. weiter Richtung Koroni. Wir folgten später aber nur bis Finikunda, wo wir gegen Mittag vor dem Strand ankerten. Ich konnte mit Theo einkaufen gehen und zur Tankstelle um Sprit fürs Dinghy zu holen. Die weiteren Tage vergingen mit Arbeiten an unserer Solaranlage, Wäsche waschen, schwimmen und schlafen. Ich hatte noch den kleinen Hafen von Finikunda mit dem Dinghy erkundet, ob man dort Wasser bunkern kann. Wir entschlossen uns daraufhin in den Hafen, bzw. an dessen Außenmole zu verlegen.
21.08.2013 Morgens um 9 Uhr starten wir und machen eine halbe Stunde später an der Außenmole fest.
70m Kette sollen die nötige Sicherheit bieten. Am Heck halten wir gut 5m Abstand, da vorgelagerte Felsbrocken den Grund tückisch machen. Das Dinghy diente dabei als Fähre.
Dieses hatten wir für die kurze Etappe nicht hochgezogen, sondern nachgeschleppt. Als wir aber rückwärts einrangiert haben, lag es vor dem Auspuff und war danach leicht mit Wasser gefüllt. Aber Evelin behob das Problem sogleich. Durch den großen Abstand zur Mauer, durfte LaLuna an Deck bleiben und sie genoß die spannende Aussicht.
Später kam noch Dierk dazu und legte sich an die Ecke. Abends holte uns Theo zum "Mondschein Dinner" bei Herta ab.
Nach einem sehr schönen Abend, nahmen wir noch einen Schlummertrunk auf der Kaimauer und ließen so den Tag ausklingen. Wir registrierten noch, daß sich inzwischen ein kleines italienisches Segelboot in die Lücke an Steuerbord gequetscht hatte. Am nächsten Tag war ich noch Einkaufen und als ich zurückkam, sprachen wir mit dem Italiener. Daniele kannte uns noch aus Ancona 2006. Es war der erste Stop auf dem Weg nach Süden. Wir hatten an der Tankstelle der Marina festgemacht und er hatte uns dabei geholfen. Er konnte sich noch gut an uns und unser Schiff erinnern - mit vielen erstaunlichen Details. Nun, das ist über 7 Jahre her. Das übertrifft noch das Treffen mit Eric und Uschi (Brindisi 14.06.2006) nach über 6 Jahren. Da habe allerdings ich mich an die Beiden erinnert, als sie in Porto Kagio am 1.09.2012 neben uns geankert haben.
23.08.2013 Gleich in der Früh hat Evelin das Geschenk von Theo und Susanne ausgepckt, das sie zum heutigen Hochzeitstag von ihnen bekommen hat. Bei einem Bummel in Finikounda hatte Evelin gesagt, daß dieser Aschenbecher ihr derzeitiges Leben auf einen Blick darstellt.
Auch ich habe die Glückwünsche nicht vergessen und Evelin zu einem großen Frühstück in den Ort eingeladen. Als wir endlich ein Restaurant mit Frühstück gefunden haben - es war der 3. oder 4. Anlauf - gab es Spiegeleier mit Speck und Orangensaft, dazu Kaffee und Tee.
Mit 22 € allerdings auch das teuerste Frühstück, das wir jeh hatten. Von dort aus haben wir noch gesehen, wie Daniele ablegte und dafür ein anderes Schiff an unserer Backbordseite festmachte. Als wir zurück am Schiff waren, sahen wir, daß es Sofie und Angelo aus Kefalonia waren.
Wir haben sie in den letzten Jahren immer wieder an verschiedenen Stellen getroffen. Wieder ein großes Hallo. Man freut sich halt, wenn man nette Menschen immer wieder trifft. So lagen wir bis Mittwoch in Finikunda, dem beschaulichen Örtchen.
28.08.2013 Die Navarinobucht bei Pylos war unser heutiges Ziel, wo wir gegen 10:30 Uhr nach fast 3 Stunden schaukeliger, windloser Motorfahrt den Anker im Nordwesten der Bucht warfen.
Etwas später kamen auch Sofie und Angelo dazu und wir verbrachten vier schöne aber recht windige Tage. Am 1.09. ging es weiter nach Kyparissia. Eine sehr bewegte Fahrt, die LaLuna veranlaßte, ihr zuvor Gegessenes nochmal anzuschauen. Das Anlegemanöver war bei 7 Bft Seitenwind kein Vergnügen, aber mit Hilfe anderer Segler haben wir es geschafft, ohne Schaden festzumachen. Es folgten uns noch einige Schiffe, denen wir dann behilflich sein konnten. Abends dann noch Wasser gebunkert und immer wieder den Anker kontrolliert, wegen des starken Windes von Steuerbord. Da wir dort Strom hatten, hat Evelin 2x Essen vorgekocht. Um 10:30 Uhr gingen wir ankerauf, wobei wir uns einen griechischen Fischerhaken einfingen. Nachdem das Problem behoben war, ging es mit Genua und viel alter Dünung als Kreuzsee weiter. Um 15 Uhr ankern wir vor dem Strand neben dem Hafen von Katakolon.
Nach einer relativ ruhigen Nacht geht es weiter nach Ag. Nikolaos im Norden von Zakythos. Nach längerer Suche nach einem geeigneten Ankerplatz, haben wir uns doch durchgerungen im Hafen an die Mole zu gehen.
Der starke Seitenwind macht das Manöver nicht einfach. Mit Hilfe anderer Segler legten wir schließlich direkt neben dem Fähranleger mit 65m Kette an.
Es war eine gute Wahl.
Viele nette Leute, ein toller "Hafenmeister" - Dimitri - der diesen Abschnitt gepachtet hatte und einen perfekten kostenlosen Service bot. Dafür ging man zum Essen in die Taverne der Familie, die gegenüber der Mole lag.
Für wenig Geld konnte man sich ein kleines Auto leihen und nach Zakythos zum einkaufen fahren.
Als die Fähre das erste Mal neben uns festmachte, waren auch die Herren der Ordnungsmacht dabei und im Anschluß verteilten sie Anmeldebögen für den Hafen. So ging ich notgedrungen zum Büro der Coast Guard und bezahlte zwei Tage Liegegebühr.
Es war zwar nicht viel, aber ab diesem Tag waren wir, wenn die Fähre morgens und abends kam, "unsichtbar". Dadurch hatten wir keine weitere Begegnung mit den Offiziellen.
Dort verbrachten wir eine wirklich schöne Zeit, bis wir am 8.09. weiter Richtung Kefalonia fuhren.
Im Hafenbecken von Effimia (Efimia, Ephimia, Eufimia, Euffimia oder Euphimia) ankerten wir um 14:15 Uhr. Am nächsten Morgen kam auch Dierk und Brigitte in den Hafen und ankerte neben uns.
Sein Schaltgestänge machte Probleme, die wir aber gemeinsam beheben konnten. So vergingen einige schöne Tage. Bei einem Bierchen in einer Hafentaverne erlebten wir dann auch noch einige kleinere Erdbeben. 2014 sollten noch größere Beben folgen. Sofie und Angelo machten an der Hafenmauer fest und ich besuchte sie am Nachmittag. Unter der Woche waren viele Charterschiffe an der Kaimauer und sorgten für kurzweiliges Hafenkino mit ihren Mavövern.
12.09.2013 Wir fahren weiter nach Meganisi. Auf dem Weg dorthin haben wir Martin mit seiner ANTARES getroffen. Er hat ein Grillfest für den Abend geplant, sodaß wir ebenfalls zur Athenibucht fuhren. Wir ankerten am Ende der Bucht und fuhren Abends mit dem Dinghy zum Grillen in die Strandbar an der Einfahrt zur Bucht. Wie immer ein gelungener Abend, doch da es mehr und mehr Wetterleuchten und Donner gab, sind wir beizeiten aufs Schiff zurück. In der Nacht hatte es geregnet und morgens sind wir los Richtung One-Tree-Bay.
Dort war es ziemlich voll, vielleicht weil es dort mittlerweile eine Strandbar gibt.
Die kannten wir noch nicht, denn als wir vor unserer Tour im Juni zuletzt hier waren, gab es sie noch nicht.
14.09.2013 LaLuna ist nun 3 Jahre bei uns an Bord. Wir feierten das Jubiläum in kleinem Kreise mit Leckerlies für LaLuna und Wurstsalat für uns. Abends haben uns Petra und Jean, ein tschechisch/französisches Pärchen vom kleinen Nachbarschiff, zu einem Sundowner besucht. Sie ist Studentin und er Steinmetz auf Arbeitssuche. Morgens ankerauf nach Nidri und in der Tranquilbay geankert. Abends haben wir dann an den Steg verlegt. LaLuna wechselte nun vom Geschirr auf Halsband. Somit wußte sie, daß sie nicht mehr raus darf und trug es mit Fassung. Begrüßt wurden wir von Wilfried, Keath und Martin, der mit der ANTARES zum Crewwechsel schon da war. Besonders wurde ich von Krumbiegel und dem Rest der Katzenmeute begrüßt. Es gab im Sommer Probleme mit den Restaurants wegen der Katzen, aber sie lebten alle noch. In den folgenden Tagen hatten wir jede Menge Regen und Wind, sodaß wir vom Sommercockpit auf die Winterkuchenbude wechselten. Nachdem der Platz neben uns frei wurde, haben wir auf unseren entgültigen und gewohnten Winterplatz verlegt. Dort werden wohl bis nächsten Mai verweilen.
20.9.2013 Wir bekommen unerwartet Besuch von Angie und Rudi, unseren früheren Vereinskammeraden vom Osterreiner Segel Club. Sie waren mit ihrem Wohnmobil unterwegs. Ihr Schiff am Forggensee hatten sie schon vor einiger Zeit verkauft und sich dafür ein rollendes Heim zugelegt. Bei einem geselligen Abend bei Marianna im Ionio, gab es viel zu erzählen. Ansonsten kehrte die Winterroutine ein, mit sauber machen, waschen und reparieren. Nach zwei Tagen fuhren Angie und Rudi weiter. Dafür kamen Hannelore und Ewald mit ihrer WINDROSE an den Steg. Es war schon einige Jahre her, daß wir uns gesehen haben. Sie waren eine zeitlang in der Türkei und auch davon gab es viel Neues zu berichten. Bernd und Babsi machten sich auch wieder auf den Weg, dafür kamen Claire und Rolf hinzu, mit ein paar kleineren technischen Problemen, bei denen ich helfen konnte. Es war das alljährliche kommen und gehen zum Saisonende, wenn viele ein letztes Mal an den Steg kommen, bevor sie ihr Schiff aufs Trockene bringen für den Winter. Inge mußte sich dieser Tage auch noch einen Zahn ziehen lassen und wir bekamen Besuch von Carola und Michi von der HABANERA, die aber in Preveza an Land steht. Seit sie ihren großen Katamaran haben, hatten sie jedes Jahr ein anderes Problem, sodaß sie kaum zum segeln kamen. Die Beiden hatten uns Weißwürste in Dosen (sind echt lecker) mitgebracht. So geht auch dieser Monat zu Ende und wir stellen uns entgültig auf Winter ein.

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