Logbuch Januar bis Mai 2013
5.1.2013 Der Januar beginnt traditionsgemäß mit meinem Geburtstag. Zur Feier des Tages haben wir "Henriette", unsere neue Edelstahl-Ankerkette im Ankerkasten versenkt.
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, wie z.B. die neue Kettennuß montieren, den Ankerkasten reinigen, neue Verdrahtung der Ankerkasten-Innenbeleuchtung und Längenmarkierungen anbringen etc., haben wir die Kette in ein Dinghy gepackt und von dort aus in den Ankerkasten gezogen. Anschließend wurde der Anker befestigt und das Ganze ausgiebig ausprobiert.
Ohne auch nur einmal einen Kettenberg umwerfen zu müssen, liefen die ganzen 85m in den Kasten. Dies wird eine enorme Erleichterung für Evelin bei ihrer Ankerarbeit.
Mit der alten, verzinkten Kette, mußte sie alle 10m den entstandenen Haufen umwerfen - eine mühselige Arbeit.
Henriette fließt wie Wasser. Zuvor haben wir noch einen Unterboden aus Kunststoff in den Kettenkasten eingepaßt. Dadurch liegt die unbenutzte Kette nicht ständig im Salzwasser, da die Ablauföffnungen nie tief genug angebracht sind. Jetzt - ein Jahr später - kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt.
25.1.2013 Nach wochenlangen Regenfällen, stieg der Wasserstand derart an, daß wir befürchteten, Mama Mias Fischerboot würde gleich davon schwimmen.
Vor ein paar Jahren war es allerdings noch höher, da reichte das Wasser bis über den Beton und bis zur Veranda.
An Land ging es zeitweise "bergab".
Wir kamen nur noch mit Gummistiefeln auf die andere Straßenseite.
Selbst auf dem "Rentnerbänkchen" sitzend, konnte man sich die Füße kühlen.
Die Temperaturen dieses Winters waren tiefer als das Jahr zuvor. Selbst wenn es tagsüber sonnig war, fiel die Temperatur des Nachts teils unter 5°C. Der Januar verging mit Aprilwetter, vielen Aufräumarbeiten, kleineren Reparaturen am und im Schiff - Schiffsalltag eben.
1.2.2013 Seit Anfang des Monats liegen wir beide krank darnieder. Die Grippewelle hat uns satt erwischt.
Doch wir überleben und genesen nach etwa zwei Wochen Dank viel Ruhe und reichlich Hühnersuppe. Das Wetter ist sehr durchwachsen. Sonne, Regen, Hagel und Starkwind geben sich die Klinke in die Hand. Der Nachbarberg ist oben schon schneebedeckt.
15.2.2013 Heute habe ich die defekte Wasserleitung in der Küche instand gesetzt. Schon letzte Woche hatte ich einen Teil des Problems behoben, aber mir fehlten noch Teile, die jetzt gekommen sind. Am nächsten Tag war klar, es ist vollbracht und alles dicht.
Diese kleine Katze ist Josef. Er kam kurz nach dem Ableben von Greyhound zu unserer Gruppe. Da es so um Weihnachten war, bekam er den Namen Josef. Leider war ihm auch kein langes Leben beschieden. Denn eines Morgens lag er überfahren in der Seitenstraße. Ich hoffe, er hat nach der kurzen Zeit in der Gruppe einen Platz im Samtpfotenhimmel gefunden, zusammen mit Greyhound, Atos, Emily, D'Artagnan, Pünktchen und all den Anderen. Mehr Glück hatten bis jetzt Portos und Aramis.
21.2.2013 Morgens kam ein Anruf von Peter, dem Engländer von der HEATHER. Jemand hatte eine Herzattacke, aber es ging nicht hervor wer und wo. Ich fuhr, nur mit Hemd und Hose bekleidet, im strömendem Regen mit dem Moped zum Arzt und lotste ihn nach Vlycho, woher der Anruf von Peter kam. Noch bevor die Ambulanz eintraf, erfuhren wir, daß es sich um Gary aus Fterno handelte, der ärztliche Hilfe benötigte. Der Doc fuhr gerade los, als die Ambulanz eintraf und ihm folgen konnte. Später erfuhren wir, daß alles gut ging und er nun in Lefkas im Krankenhaus liegt. Nach seiner Attacke hatte Gary einen Bekannten in England angerufen und um Hilfe gebeten. Dieser rief Peter an, der gerade in Vlycho an der Kaymauer lag. Der wiederum rief mich an, wobei wichtige Informationen verloren gingen, oder verdreht wurden. Alles war sehr chaotisch, doch gemeinsam gelang es uns ihm Hilfe zu beschaffen.
Durch tagelangen Starkwind aus Süden und dem vielen Regen, war das Schiff ständig braun vom vielen Saharasand. Kaum hatte man es wieder abgewaschen, kam der nächste Sandregen.
24.2.2013 Wir hatten einen schönen Grillnachmittag. Alle Bekannten, die noch auf der Insel waren, sind gekommen - allzuviele sind es ja nicht. Es gab, wie üblich, viel zu erzählen, zu essen und zu trinken. Als gegen Abend erneut Sturm aufkam, ließen wir das Festchen ausklingen.
Endlich sind LaLunas neue Freßnäpfe eingetroffen.
Sie funktionieren wie ein Tretmülleimer, wenn man auf das Pedal tritt, geht der Deckel auf.
Dadurch bleiben die Fliegen draußen und das Fressen länger frisch. Evelin hat sogleich mit LaLuna angefangen zu trainieren, wie die Kleine zukünftig an ihr Futter kommt. Sie lernte es rasch und nach kurzer Zeit fraß sie ohne größere Probleme aus dem neuen Napf.
Allerdings fällt ihr auch heute noch manchmal der Deckel auf den Kopf, oder sie tritt mit einer Pfote auf das Pedal, während die andere Pfote noch unter dem Pedal ist. Aber das wird schon.
27.2.2013 Als Evelin und ich heute die alte Kette (95m, 10mm, verzinkt, 240kg) , in den Karton der Neuen verfrachteten, der auf einer Palette mit Rollen stand, knickte eine Rolle ein und die Palette landete auf Evelins großem Zeh.
Den aufgerissenen Augen und dem japsen nach Luft konnte man entnehmen, daß es ganz schön weh tat - waren ja "nur" 240kg. Nachdem ich die Palette von ihrem Zeh gehieft hatte, mußte sie sich erst einmal setzen. Ihr wißt ja - tut gut, wenn der Schmerz nachläßt. Es wird über ein Jahr dauern, bis der havarierte Nagel herausgewachsen ist. Die Kette haben wir später an Martin von Meganisi-Sailing verkauft, der sie im Herbst neu verzinken ließ. Sie sieht wieder aus wie neu.
So geht ein relativ ereignisreicher Februar zu Ende.
24.3.2013 Das Wetter im März wurde zusehens besser. Tagsüber sonnig und nachts arschkalt. Wenig Rettungseinsätze und reichlich Kleinkram zu bearbeiten.
Am 9.3.2013 kam Niko, unser Tierarzt, aufs Schiff, um LaLuna zu impfen. Da er keinen Führerschein hat, wird er von seiner Sprechstundenhilfe chauffiert. LaLuna brauchte zwei Tage, um sich von der Impfung zu erholen, aber danach war sie wieder die Alte.
Auch Krumbiegel freute sich über die seltenen Sonnenstrahlen.
Mitte des Monats war so schlechtes Wetter, daß ständig der Strom ausfiel. Es wurde immer schlechter - Regen, Gewitter, Hagel und Eiseskälte. Wir heizten Tag und Nacht und auf dem Nachbarberg lag der Schnee bis fast ins Tal. Zu der Zeit wußten wir noch nicht, daß wir bis Anfang Juni heizen müssen. Trotz allem hatten wir auch sonnige Tage, die wir mal wieder zu einem Grillnachmittag nutzten. Wir hatten viel Spaß und genossen die raren Sonnenstrahlen. LaLuna freute sich immer über die "Reste" vom Grill.
Am folgenden Tag hatten wir wieder Sturm mit über 40 Kn und alle Hände voll zu tun, die Schiffe zu sichern.
So mußten Wilfried und ich ausrücken, um ein kleines schwedisches Schiff wieder fest zu machen, daß sich in der Tranquilbay losgerissen hatte und an einem Anderen bereits scheuerte und Schaden verursachte.
Wegen des niedrigen Wasserstandes, mußten wir es stark krängen, um es überhaupt bewegen zu können. Der Kiel saß fest im Schlick der Bucht.
Schließlich gelang es und wir konnten es neu positionieren und die Anker erneut ausbringen. Der Dank der jungen Besitzerin hielt sich allerdings in Grenzen, als sie Wochen später wieder zu ihrem Schiff kam.
An unserem Schiff habe ich noch ein neues Sitzbrett am Bugkorb gefertigt und befestigt. Dies ist Evelins Lieblingsplatz beim Segeln. Doch die Lacksplitter vom Alten waren ihr mitunter sehr unangenehm. Dieses Problem hat sie jetzt nicht mehr.
1.4.2013 Heute kamen die beiden neuen Bavarias für Herberts Charterfirma aus Slowenien an. Sie waren eine Woche zuvor bei Schnee und Eis in Izola gestartet. Da wir die Eigner gut kannten, war es ein riesiges Hallo und es gab viel zu erzählen. Das Seemannsgarn wurde abends im Ola Kala weiter gesponnen. Teile der Crews traten bereits am folgenden Tag die Rückreise an, denn zu Hause rief die Arbeit nach ihnen.
4.4.2013 Eben erreichte uns ein Notruf, daß Wilfried nach einem Schlaganfall hilflos auf seinem Schiff in der Tranquilbay liegt und dringendst Hilfe braucht. Noch während wir, Werner und ich, dabei sind ein Dinghy flott zu machen, kam Michiel von der VIOLA mit seinem großen Schlauchboot am Steg vorbei. Wir riefen ihn zu uns und er war sofort bereit, uns zu Wilfried in die Bucht zu fahren. Uli von der LEOS fuhr ebenfalls mit zu dessen Schiff. Dort fanden wir Wilfried noch leicht benommen, aber ansprechbar, auf dem Salonboden liegend vor. Mit vereinten Kräften gelang es uns ihn in das große Schlauchbot zu schaffen. Da er Arme und Beine mittlerweile wieder etwas bewegen konnte, ging er gestützt auf eigenen Füßen. Am Büro von Skorpios Charter warteten wir auf die angeforderte Ambulanz, die ihn sodann nach Lefkas ins Krankenhaus fuhr. Dort wurde er eingehend untersucht und konnte nach 5 Tagen wieder auf sein Schiff zurück kehren. Nachdem er den Schlaganfall hatte - so erzählte er uns später - war er nicht in der Lage eine Rufnummer in sein Handy einzugeben. Als es ihm schließlich doch noch gelang, hatte er Peter aus Neochori an der Leitung, der gerade in Lefkas seine Reifen wechselte. Bei ihm war auch Inge von der APHRODITE, die zum Einkaufen mitgefahren ist. Sie rief Werner an unserem Steg an und dieser verständigte uns sogleich. Den Rest habt Ihr ja oben gerade gelesen. 3 Wochen vorher hatte Wilfried Probleme mit der Durchblutung in den Beinen. Evelin riet ihm es untersuchen zu lassen - das waren vermutlich die Vorboten oder Ursachen seines Schlaganfalles.
8.04.2013 Heute kamen Bernd und Babsi mit ihrem Wohnmobil aus Deutschland bei uns vorbei.
Sie hatten einige Dinge aus Deutschland für uns dabei, die wir im Winter im Internet bestellt hatten. Abends sind wir dann gemeinsam zu Essen ins Ola Kala zu George. Am nächsten Tag fuhren die Beiden wieder nach Preveza zu ihrem Schiff, das dort an Land den Winter verbrachte.
14.04.2013 Nach der Winterpause kamen heute Herberts Charterschiffe von der Werft wieder ins Wasser. Evelin und ich haben dabei beim festmachen geholfen. Zwei Tage später waren alle seine Schiffe wieder am Steg.
Evelin ist schon den ganzen Monat am "Frühjahrsputz", Wintersachen verräumen (zu früh!) und das Schiff für den Sommertörn vorzubereiten. Am 21.04. legen Keith und Kathy mit ihrem Katamaran ab und wollen erst in zwei Jahren wieder hier sein. Es kommt mehr und mehr Leben an den Steg - vorbei mit der Winterruhe. Schiffe kommen und gehen - die Saison fängt langsam aber sicher an.
24.04.2013 Evelin hat alleine den Motorencheck gemacht. Öl, Kühlwasser etc. kontrolliert und was es sonst noch zu prüfen gab.
Die Vorbereitungen zu unserer Sommerreise ziehen sich allerdings ganz schön in die Länge. Wir warten noch auf unseren Sonnenschutz fürs Achterdeck und andere georderte Teile. Wir werden wohl nicht allzu zeitig weg kommen. So geht ein arbeits- und ereignisreicher April zu Ende. Hoffentlich hat damit auch das besch... Aprilwetter sein Ende gefunden.
1.05.2013 Der ganze Mai war geprägt von Wartungsarbeiten. Martin war so nett und ging bei uns in den Mast, da ich ja schreckliche Höhenangst habe.
Er kontrollierte alles, ölte die beweglichen Teile und erneuerte die Kabelbinder am Masttop, die wir als Vogelabwehr montiert hatten, was sich recht gut bewährt hatte. Ist schon verdammt hoch da oben - 20m über Wasser ist nichts für mich.
Wir brachten das Dinghy wieder auf Vordermann, ließen die Nähte des Schutzbezuges nachnähen und reparierten die kleinen Gelcoatschäden an dessen Rumpf. Dieser Tage kam auch Dierk aus Deutschland und brachte uns unser Zitronenteepulver aus Italien mit. Am griechischen Karfreitag - der 3. Mai - hatte LaLuna ihren dritten Geburtstag. Von diesen Lebensjahren ist sie nun schon zweieinhalb bei uns an Bord. Sie hat sich über die besonderen Leckerlies sehr gefreut. Zwischendurch wurde Martin von Evelin noch medizinisch versorgt. Tags darauf hatte Keath Geburtstag, den wir mit einem Umtrunk im Mama Mia gebührend gefeiert haben.
Am nächsten Tag kamen Bernd und Babsi mit ihrem Schiff an den Steg. Diesmal hatten sie ihre 20 Jahre alte Katze "Schnurri" mit dabei. Da sie dieses Jahr längere Zeit auf dem Schiff verbringen wollten, hatten sie die Katze mit an Bord genommen. Zusammen mit unseren Freunden feierten wir am 7. Mai Bernds 65. Geburtstag im Mama Mia. Es wurde ausgiebeig gefeiert. Ich mußte am nächsten Tag mit Grey zum Tierarzt, da sie einen Abszeß am Hals hatte. Es war wohl das Resultat einer Rangelei mit einer anderen Katze.
Bis zum 21. Mai hatten wir noch jede Menge Arbeit am und im Schiff. Doch dann haben wir endlich abgelegt und sind erst einmal in die One Tree Bay. LaLuna freute sich rießig, endlich wieder an Deck zu dürfen und rannte wie eine Irre über das Schiff. Denn im Winter ließ sie sich manchmal richtig hängen.
Das war der erste Einsatz für Henriette, unsere neue Ankerkette. Sie läuft super!
Da Südwind angesagt war, sind wir am nächsten Morgen nach Meganisi in die Abeliki-Bucht.
Tagsdarauf haben wir in die Tranquilbay verlegt. Unser Generator - Carmen Elektra - zeigte merkwürdige Werte am Voltmeter. Später fanden wir heraus, daß es wohl "nur" am Anzeigeinstrument liegt. Kurz darauf wurde uns von der Fähre zu verstehen gegeben, daß wir zu dicht an ihrem Rangierareal liegen. So haben wir weiter in die Bucht hinein verlegt. Am nächsten Tag sind wir wieder an den Steg und haben bei Carmen nach dem Fehler gesucht, aber alles funktionierte wieder einwandfrei.
27.05.2013 Wir legen erneut ab und ankern in der Ostbucht der One-Tree-Bay. Als aber wieder Südwind aufkam, verlegten wir zu Martin in die Athenibay von Meganisi. In der Nacht waren fetzige Winde aus ständig wechselnden Richtungen, aber der Anker hält. Den ganzen Tag über hatten wir tolles Hafenkino in der Bucht bei sattem Starkwind. Alles in Allem ein unterhaltsamer Tag. Ecki, der Segellehrer von Martin, ist mit dem Moped gestürzt und Evelin hat in verarztet. Nachdem seine Blutungen nachgelassen haben, sind wir zum Essen an Land gegangen. Es kamen noch Hedwig und Walter von der CARAMEL in die Bucht und machten an der Kaimauer fest. Am nächsten Tag ging es zurück nach Nidri an den Steg. Abends haben wir uns dann von Walter und seiner Frau verabschiedet, die in der Nacht wieder nach Österreich zurück fahren wollen. So endet wieder ein Monat im "Paradies".

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