Logbuch Juni 2011
3.6.2011 Wir haben gestern unseren Winterplatz verlassen und wollten uns erst mal wieder an das Segeln gewöhnen. Wir sind bis zur OneTreeBay gekommen - ein altvertrauter Platz, und LaLuna durfte endlich wieder an Deck.
Da uns das Hecheln von LaLuna etwas Sorgen gemacht hat, sind wir heute Morgen hoch nach Lefkas-Stadt zum Tierarzt. Die umfangreichen Untersuchungen, einschließlich Röntgenbild, haben keinen pathologischen Befund ergeben. So sind wir wieder zurück zur OneTreeBay.
Sie kontrollierte jeden Tag, ob der Anker noch hält. Ich konnte Evelins im Frühjahr gefertigtes Dinghycover ausgiebig testen und es wurde für gut befunden.
Wir wollen demnächst Richtung Süden weiter, aber darüber später mehr.
6.6.2011 Heute war für uns Drei ein aufregender Tag. LaLuna konnte wieder an Deck spielen und nach Fischen und Vögeln Ausschau halten.
Nachdem wir gestern von der OneTreeBay in die Abeliki Bucht auf Meganisi verholt haben um Urs und Beryl aus der Schweiz mit ihrer TOUCH AND GO wiederzusehen, verbrachten wir einen sonnigen Nachmittag mit viel schwimmen, Siesta und einem "interessanten" Abendessen mit ihnen im Pirate's Cove Restaurant.
"interessant" deshalb, da ich bis dato noch nie Weiß- und Rotkohl-Rohkost mit kandierten Früchten und getrockneten Feigen in Balsamico als Beilage zu meinem gegrillten Schweinekotelett hatte. Die Preise waren inselmäßig und die Speisekarte reichte von 4 bis 25 € für Vorspeisen und Hauptgerichte und 8 € für ein Kilo Hauswein - den zudem nicht jeder ohne Durchfall verträgt.
Zudem ist heute 5. Jahrestag. Am 6.6.2006 haben wir gegen 18 Uhr unsere Reise von Aprilia Marittima (Italien) aus begonnen.
Evelin konnte jetzt den Rettungsring für unsere Katze fertigstellen.
Heute Morgen haben wir uns recht früh - so gegen 8:00 Uhr - von Urs und Beryl verabschiedet und sind Richtung Oxia gestartet. Leider sorgte eine alte Dünung bei LaLuna für etwas Unwohlsein, sodaß sie sich ein paar mal über eine (nicht vorhandene) Rehling beugte. Nach einiger Zeit unter Motor konnten wir die Segel ausrollen und sind mehr als eine Stunde schön gesegelt - das erste mal in diesem Jahr. Das gefiel LaLuna nun schon viel besser und sie kam zu uns an Deck (bei Motorfahrt liegt sie für gewöhnlich in Evelins Bett). Dann ist der Wind eingeschlafen und es ging wieder unter Motor weiter. So verging der Vormittag recht schnell und wir wollten in Ormos Oxia Station machen. Da aber entschlossen wir uns weiter zu fahren Richtung Mesolongi. Keine wirklich gute Idee, denn kaum waren wir aus der Bucht in den Golf von Patras eingebogen, stand uns etwas Wind und jede Menge Welle auf die Nase. Diese waren teilweise so kurz, daß man, von der ersten angehoben, direkt in die zweite einschlug.
Manchmal schlug die See übers Vordeck bis an die Salonscheiben. Danach hielten wir es für besser wieder umzukehren und fanden schließlich ein ruhiges Plätzchen in einer Bucht namens Limin Petala.
Nachdem wir die kleinen Schäden (Segelgattventilator) behoben hatten und LaLuna endlich wieder neugierig übers Deck streifte, sahen wir, daß wir neben dem Schiff von Sophie und Angelo aus Kefallonia lagen. Die Beiden haben wir 2006 in der Navarinoubay zum ersten mal getroffen und danach nur noch selten wiedergesehen. Dennoch sind wir ihnen auch im Gedächtnis geblieben. Da wir aber so geschafft waren, ging für uns der Tag schon vor 18 Uhr zu Ende, denn wir alle Drei waren todmüde und sind mit Sonnenbrand auf dem Rücken ins Bett. Ich bemerkte nichteinmal den aufgekommenen Starkwind. Aber Evelin wurde wach und hat nach dem Rechten gesehen, sodaß wir alle beruhigt schlafen konnten. Diese Zeilen habe ich kurz nach Mitternacht zu Papier gebracht, bei einer schönen Tasse Kaffee. Jetzt ist es kurz vor 2 Uhr, der Kaffee ist getrunken und alle Anderen schlafen noch. Ich werde draußen noch ein Zigarettchen rauchen und dann wieder zurück ins Bett gehen - guts Nächtle.
15.6.2011 Ich möchte die Regenstunden nutzen, um die letzten Tage nach zu holen. Am 9.6.11 sind wir gen Osten gestartet. Der Anker hob sich gegen 6 Uhr aus dem Schlick in Limin Petala und es ging zügig unter Motor Richtung Rionbrücke - den schwachen Wind (0-10 Kn) und Welle im Rücken. So war es nicht so ungemütlich wie beim ersten Versuch.
Gegen 12:30 Uhr passierten wir die Brücke auf der Norddurchfahrt (diesmal ohne Funkanmeldung) und konnten danach mit etwas mehr Wind die Genua ausrollen. So ging es eine zeitlang mit bis zu 7,5 Kn dem Ziel Trizonia entgegen. Kurz vor dem Ziel wurde der Wind heftiger (6-7 Bft.) und so motorten wir die letzte Stunde bis Trizonia.
Der Anker fiel dort, etwas mehr als 9 Stunden nach unserer Abfahrt, wieder in griechischen Meeresgrund. Nach einem langen, schönen und windigen Tag sind wir recht zeitig ins Bett.
Da LaLuna aber den größten Teil des Tages verschlafen hatte, war sie natürlich fit und wollte spielen. Nach einer Stunde Decksspiele war dann auch sie reif für die Koje. Am nächsten Morgen ging es um 6:30 schon wieder weiter nach Itea, nördlich von Galaxidi, wo wir Werner und Inge von der Aphrodite treffen wollen. Es war eine bewegte Fahrt unter Motor, da von hinten 7 Bft. und 1,5m Welle kamen. Nach 4 Std. Fahrt machten wir neben der Aphrodite im Hafen von Itea längsseits fest - bei Flaute - denn, nachdem wir das Kap Andromakhi gerundet hatten, waren Wind und Welle verschwunden und so konnten wir uns die letzte halbe Stunde vor der Ankunft noch etwas erholen.
Am anderen Tag haben wir uns dann nach Galaxidi verlegt, nachdem uns die
Offiziellen für zwei Tage haben zahlen lassen (Ankunftstag und Abfahrtstag???). So erreichten wir Galaxidi am 11.6.11 gegen 10:30 Uhr.
Anfangs lagen wir an der Außenmauer mit Buganker aber am nächsten Tag wurde Wind und Welle so unkalkulierbar, daß wir nach innen verlegt haben. Am Nachmittag unseres Ankunftstages erreichte das Olympische Feuer der Special Olympcs (am 25.6.11 in Athen) den Ort Galaxidi.
Die zahlreichen Athleten aus aller Welt wurden gebührend empfangen und nach einigen Reden und Ehrungen zog der Troß weiter Richtung Itea.
Bei den Vorbereitungen und Tribühnenaufbaus hatte der Techniker keinen Adapter für die CEE-Steckdosen an den Hafenstromsäulen. Kurz bevor die Athleten eintrafen, konnte ich dem verzweifelten Techniker mit einem entsprechenden Adapter aushelfen, sodaß die Veranstaltung mit einer funktionierenden Lautsprecheranlage stattfinden konnte. So konnten auch wir zum Gelingen der Special Olympics beitragen. Am Pfingstsonntag hatter wir technischen Service - Öl- und Wasserkontrolle an allen Motoren, den Filter der Klimapumpe gereinigt und sonst alles kontrolliert. Die letzten Tage waren geprägt durch Gewitter und/oder Regenschauer am Nachmittag.
Zwischendurch saßen wir bei unserem Freund Dino in seinem Skeletovrachos-Restaurant und haben einige neue Bekanntschaften geknüpft.
So z.B. Johanna und Takis aus Athen. Gestern haben wir uns fast 100m neuer Festmacher gekauft - nach griechischer Berechnung nach Kilo (8€/kg) und zurecht geschnitten. Montag und Dienstag haben wir im Salon die neue indirekte Beleuchtung aus LED-Bändern installiert - sieht super aus und braucht wenig Strom (4,4W/m). Für Dino, den wir ja schon letztes Jahr hier kennengelernt haben, hatte ich noch einen Eintrag im Worldcruising Guide zu Galaxidi gemacht (http://www.worldcruisingguide.net/index.php?area_id=1518). Morgen soll das Wetter noch recht durchwachsen sein, sodaß wir vorraussichtlich übermorgen weiter Richtung Kanal fahren, mit Zwischenstopp in Vathy oder so.
22.6.2011 Von Galaxidi aus ging es am 17.6.11 weiter Richtung Kanal von Korinth. Bei mäßigem Seegang hatten wir nur etwa eine Stunde geeigneten Wind zum segeln. Um 14 Uhr haben wir im Vorhafen des Kanals geankert.
Nach Rücksprache mit der Kanalverwaltung auf UKW-Kanal 11, konnten wir um 14:50 hinter einem Frachter in den Kanal einfahren.
Nach ca. einer Stunde konzentrierter Fahrt erreichten wir das östliche Ende des Kanales in Isthmia.
Wir legten längsseits an der Kaimauer an, um die Gebühr von 186 € für die Durchfahrt zu bezahlen.
Anschließend nutzten wir noch die Gelegenheit, um Diesel zu bunkern (70 Liter für 108 €). Da es nahe der Kanalausfahrt keine geeignete Ankerstelle gab, mussten wir weiter nach Korphos.
Die Bucht erreichten wir gegen 19:20 Uhr und ankerten vor dem Badestrand an der Westseite der Bucht.
Nach ein paar Einkäufen war der anstrengende Tag gelaufen und wir fielen müde in unsere Kojen. Erwähnenswert erscheint mir ein kleines Geschäft an der Hafenpromenade, das für diesen "überschaubaren" Ort, doch einiges an Bootsbedarf zu bieten hatte.
Da der Minimarkt recht weit entfernt war, kaufte ich unser Flaschenwasser beim Bäcker an der Hafenpromenade (1,80 €/6-Pack).
Den anschließenden Tag verbrachten wir mit schwimmen und relaxen. Am 19.6.11 ging es weiter nach Aigina, zwischen Korphos und der Athener Halbinsel. Als Evelin die Kette einzog, hing eine Qualle an den Kettengliedern und ließ sich auch nur schwer entfernen. Schließlich gelang es doch und wir konnten endlich aufbrechen. Im "Windschatten" von Aigina trafen uns Fallböen mit bis zu 30 Kn.
Als wir gegen 11:45 Uhr eintrafen, füllte sich die Bucht Ormos Klima bereits mit jeder Menge Athener Tagesausflüglern.
So versammelten sich alle Arten und Größen von Jachten in der kleinen Bucht.
Gegen Abend wurde es deutlich ruhiger, wenn auch nicht gerade einsam.
Der Strand wurde leer und die meisten Schiffe verließen die Bucht.
Tags darauf, am 20.6.11, verließen wir Ormos Klima gegen 8:15 Uhr in Richtung Vouliagnemi an der Athener Halbinsel. Etwas später konnten wir die Segel setzen und querten das Athener Verkehrstrennungsgebiet rechtwinklig ohne Probleme durch die Berufsschifffahrt.
LaLuna hat sich zur richtigen Schiffskatze gemausert. Sie hat keine Angst mehr vor dem Motorengeräusch und war seither auch nicht mehr seekrank - trotz Wellen und bewegter Fahrt. Als der Wind wieder einschlief, motorten wir vollends in die Bucht von Vouliagmeni. Der Anker fiel um 11:15 in den Sand, mitten in der großen Bucht.
Die Einkaufsmöglichkeiten sind hier natürlich super, denn Athen und seine Vororte haben alles zu bieten, was das Herz begehrt. Man braucht zwar ein Taxi um zum LIDL und Carrefour zu kommen, aber es lohnt sich, denn diese sind recht günstig. Auch habe ich wasserfestes Holz für die Reparatur unserer mobilen Badeleiter bekommen, deren spröden Kunststoffsprossen nach und nach das Zeitliche segnen und unverhofft durchbrechen. Gestern waren wir mit unseren griechischen Freunden Takis und Johanna, die wir zuvor in Galaxidi kennengelernt haben, fürstlich speisen. Unweit unseres Ankerplatzes saßen wir in einem noblen Restaurant und verbrachten einen wunderschönen Abend mit den Beiden.
Nun warten wir, bis sich der Starkwind (6-7 Bft.) legt - das kann bis Sonntag dauern - um nach Kea weiter zu fahren. Derweil fertigt Evelin ein Geschirr für LaLuna, ich arbeite an unserer Homepage und LL döst im Schatten. Zusammen mit Takis - auch er hat eine BMW - konnte ich einige Einkäufe und Bestellungen in Athen tätigen. Seine Dienst waren eine sehr große Hilfe - nochmals vielen Dank dafür.
30.6.2011 Von Vouliagmeni aus ging es zunächst am 25.6.11 nach Kea. Gegen 10:53 Uhr rundeten wir Kap Sounion und konnten danach einige Stunden segeln.
Gegen 13:45 fiel der Anker in Ag. Nikolaou, in die Ormos Vourkari, vor Vourkarion - einem netten kleinen Örtchen.
Dort lernten wir Hans und Romy aus dem bayrischen Peißenberg kennen, die einige Wochen mit ihrem Schiff CANARD LA QUE unterwegs sind.
Bei einem gemütlichen Abendessen in einer Taverne gab es viel zu erzählen und wir alle hatten einen unterhaltsamen Abend, der mit einem Sundowner auf der RUSH ausklang.
Am Wochenende waren 7-8 Bft. angesagt und bescherte abwechslungsreiches Hafenkino. Alle Einzelschicksale hier aufzuführen, die dabei zu sehen waren, würde den Rahmen sprengen. So ging es am 28.6.11 weiter Richtung Kithnos. Gegen 9:15 Uhr rundeten wir das Kap Tamelos von Kea mit seinem schönen
Leuchtturm und um 11 Uhr ankerten wir in Ormos Phykiada auf Kithnos. Leider war zu wenig Wind zum segeln.
Diese wunderschöne Bucht wird durch eine ein Meter hohe Sandbank in zwei Teile geteilt und bietet guten Schutz vor Meltemi. Wir waren im östlichen Teil.
Das klare Wasser und das Südseeflair ist schon toll. Leider wird sie tagsüber durch die Athener Wochenendtouristen schnell voll - aber die meisten gehen am Abend wieder.
Auch wenn in der einen Ecke ein "Discopäckchen" mit Landleinen lag und für akkustische Unruhe sorgte.
Evelin mußte unser "Rentnerdach" nachnähen, da sich die Nähte bereits auflösen. Es wird nicht das letzte Mal sein, daß sie zur Nadel greifen muß. Denn es ist der Lieblingsspielplatz von LaLuna und wird somit ständig beansprucht.
Dort trafen wir auch Robert aus Nidri, der nach seinen drei (!!) Weltumsegelungen die letzte Zeit in der Tranquil Bay gegenüber von Nidri auf Lefkas gelegen hatte. Seinen kleinen braunen Katamaran INQUEST sieht man in Strandnähe ankern.
Ein wirklich schönes Fleckchen Erde - auch wenn die Sandbank als Eselpfad herhalten muß.
Hier kann man es eine Weile aushalten, doch schon zwei Tage später, am 30.6.11 sind wir weiter Richtung Ormos Stephanou, denn vielleicht kommen Takis und Johanna mit ihrem Motorboot am Wochenende dort hin (doch gleich vorab, es hat nicht geklappt). Wir verließen die Traumbucht gegen 8 Uhr und erreichten Ormos Stephanou um 10:45 Uhr.
Unterwegs begegneten wir einem Dreimaster, der gemächlich durch die Wellen schaukelte und von unserem Wachhabenden im Auge behalten wurde.
Etwas später fiel unser Anker in die Bucht von Stephanou.
Von Takis haben wir eine Empfehlung für eine Taverne in dem Ort Ag. Stephanos. Sie liegt etwa 100m hinter der Häuserreihe und ist gut und günstig (Hauptspeise zw. 5 und 10 €, Vorspeisen 3€).
Da wir reichlich Hunger hatten, gingen wir gleich am ersten Abend dort hin und es war nicht das letzte Mal. Später gesellten sich noch zwei deutsche Paare von einem Charterschiff zu uns und es war ein geselliger Abend.
In der Bucht lag zeitweise ein großer Segler, dessen Eigner zudem die Villa gegenüber auf dem Berg gehört - mit eigenem Observatorium und Hubschrauber.
Und so kamen mit uns zu den Reichen nun auch die Schönen (hahaha).
In der Nordostecke der Bucht, unweit des Ufers liegen zwei Wracks. Ein alter zerfallener Stahlkutter und ein vollständig erhaltenes Holzboot. Sie sind nicht in allen Seekarten eingezeichnet. Wenn ich eine Unterwasserkamera hätte, hätte ich Euch Bilderchen gemacht. So gibt es "nur" Überwasserfotos.
Hier läßt es sich gut leben, außer man will einkaufen, denn außer zwei Tavernen gibt es hier nichts.
Uns jedenfalls hat es super gefallen und zum Abschluß sind wir am letzten Abend noch einmal in die besagte Taverne, zusammen mit Ronald aus Kiel und Ingo aus Köln, die mit einem Charterschiff unterwegs sind.
So geht der Juni zu Ende und wir sind seit fast einem Monat auf Tour.
Wer nun den Eindruck hat, daß unser Dasein nur aus schlafen, schwimmen und Tavernenbesuchen besteht, muß ich leider enttäuschen. Der "normale Alltag", wie kochen, abwaschen, Motorenservice, reparieren, Katzenklo versorgen, Müll wegbringen, einkaufen usw., wird hier nicht ständig beschrieben.

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